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Protest suchen und finden im NO!art-Archiv

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POSTKARTEN-AKTION von DOMINIK STAHLBERG

NO-Postkarte

Drucke Dir die Vorlage hier aus Vorderseite und Rückseite.

Sende sie mit Deinem Kommentar per Post an die einzelnen Manipulatoren.

Eine Postkarte ist zur Zeit noch ein besseres Protest-Dokument als löschbare digitale E-Mails.

ANMERKUNG: Die Adressen haben sich mittlerweile geändert [06.08.2019]; können aber im Internet recherchiert werden.

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- GERTRUDE STEIN, LASS ES SEIN -
A! Statement von KOMISSAR HJULER & MAMA BÄR

Cafe OTO  |  London  |  15. April 2011

Die Boris Lurie Art Foundation hat den Begriff NO!art mit einer Marke versehen, eine Tatsache, die nie der Wille von Boris Lurie war und ist. Jetzt stehen die Führer der NO!art, nämlich Dietmar Kirves und Clayton Patterson, in Konflikt mit der Boris Lurie Art Foundation. Die Stiftung bittet die Leiter der NO!art, denen Boris Lurie die Leitung übertragen hatte, die NO!art-Aktivitäten zu stoppen.

Detlev Hjuler: Voice | Andrea Hjuler: Voice and Piano | Silvia Kastel: Electric Piano
Video Dokumentation 30:20 min

Cafe OTO | 18-22 Ashwin Street | Dalston | London E8 3DL | http://www.cafeoto.co.uk/

ÜBER CAFE OTO wurde eröffnet im April 2008 mit dem Ziel, einen Ort für kreative neue Musik zu schaffen, die außerhalb des Mainstreams existiert. Es besteht aus einem großen Café mit Speisen und Getränken, das tagsüber geöffnet ist, und einen Performance-Raum, mit einem Abendprogramm für Live-Musik, der fast sieben Nächte pro Woche bespielt wird.

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NO!art HEADQUARTERS | Berlin am 26.02.2011:
Dietmar Kirves arbeitete mit Boris Lurie mehr als 30 Jahre zusammen - genau seit 1978 -, um die NO!art voran zu bringen und um weitere Künstler in der NO!art zu involvieren unter dem Slogan "NO!art ist der strategische Punkt, auf dem sich künstlerische Produktion und soziokulturelle Aktion treffen." Siehe auch die Statements von Boris Lurie  http://www.no-art.info/_statements/de.html

Eines der ersten Ergebnisse war die NO!art-Anthologie als Buch - erschienen 1988 nach 10jähriger Zusammenarbeit -, sowie verschiedene andere Bücher, Kataloge, Ausstellungen und Filme, was auch auf der NO!art-Webseite dokumentiert ist. Das war und ist eine sehr harte Arbeit, und Leute, die das wissen, erkennen das an, was Dietmar Kirves für die Förderung der NO!art getan hat. Ohne seine Arbeit seit den siebziger Jahren hätte niemand Kenntniss von der NO!art auf der Welt nehmen können. Seine NO!art-Webseite hat zur Zeit mehr als hunderttausend Besucher pro Monat und mehr als zweitausend Backlinks von Universitäten, Zeitungen, Bewegungen, und anderen.

Dietmar Kirves besitzt und bearbeitet das grösste Archiv zur NO!art-Bewegung. Zu Boris Luries Lebenzeiten arbeitete er ständig mit ihm zusammen. Boris Lurie besuchte ihn auch in Berlin. Zeitweise ging Dietmar Kirves nach New York, um ihm dort bei der Archivarbeit zu helfen und Ausstellungen vorzubereiten, insbesonders die grosse Ausstellung "NO!art and the Aesthetics of Doom" in Evanston/Chicago und in Iowa City (2001).

Jedoch alles wurde schlechter für Dietmar Kirves, als Boris sehr krank wurde und 2008 starb. Seitdem bekam er keine finanzielle Unterstützung mehr für seine Arbeit. Jedoch konnte er nicht aufhören, seine Arbeit fortzusetzen, weil er als Künstler vollkommen in der NO!art involviert ist. Die NO!art ist Teil seines Lebenswerkes. Vielleicht weiss die Boris Lurie Art Foundation (BLAF) das. Allerdings fing die BLAF an, ihn auszunutzen, indem sie Artikel aus seiner Webseite ungefragt kopierte, ohne eine Mitteilung zu machen bzw. um Erlaubnis zu fragen.

Die NO!art ist keine Handelsgesellschaft und vertritt kein Geschäft. Die NO!art ist eine Kunstbewegung. Boris Lurie war einer der letzten Initiatoren der NO!art-Bewegung und es war und ist nicht sein Interesse und das Interesse der anderen beteiligten Künstler, die NO!art gesetzlich schützen zu lassen und damit die Freiheit der Kunst zu beschränken. Pop-Art, DADA, Fluxus, Land-Art, Concept-Art sind auch nicht durch Handelsmarken reglementiert worden.

Es scheint, dass Gertrude Stein, die Inhaberin der BLAF, mehr Geld für ihre Rechtsanwälte ausgeben will, als die NO!art-Bewegung zu fördern.

Das NO!art-Headquarter empfindet es als eine Frechheit und Unverschämtheit, Dietmar Kirves noch im Juli 2010 nach New York eingeladen zu haben, ohne ihm dort die Strategien der Boris Lurie Art Foundation mitzuteilen, obwohl die Trademark schon im Juni beantragt wurde.

Dennoch: Die NO!art geht voran, was auch immer weiter geschieht.

NO!art ist keine Handelsmarke und lässt sich auch nicht von Millionären manipulieren.

CLAYTON PATTERSON | New York am 27.02.2011:
Ich bin froh, dass sie wissen, dass ich auf Deiner Seite bin. Mir ist alles bewusst ist, was vor sich geht. Ich hoffe, dass dies sie sehr dumm aussehen lässt - und das sogar international. Du bist ein Künstler. Boris wollte nicht, dass Gertrude das Sagen hat. Sie haben einen klugen Schachzug gemacht. Jetzt haben sie zwei deutschsprachige Leute - in der Stiftung - die wir kennen. Lustig, wie sie stehlen, aber keine Ahnung von den Inhalten haben. Da muss noch mehr Geld vorhanden sein als die 80 Millionen . . .

CHARLES REHWINKEL| New York am 02.03.2011:
Dietmar. Ich grüße Dich. Es tut mir leid, dass Du so lange auf meine Antwort zu Deiner E-Mail warten musstes. Zuerst habe ich Deine Mail an Matthias und Richard Nadelman weitergeleitet, der, wie Du Dich erinnerst, Boris' Anwalt war und der heute der Testamentsvollstrecker von Boris' Nachlass ist. Ihm zufolge haben der Nachlass und die Gerichte Gertrude und Co. das Recht eingeräumt, die "Boris Lurie Foundation" zu sein. Jedoch gibt es keine solche Regelung bezüglich der Verwendung des "NO! art"-Logos oder der damit verbundenen Aktivitäten. Soweit wir feststellen können, hat Rechtsanwalt Williams Anspruch keine Rechtsgültigkeit. - Ich bin der Meinung, dass Deine Anfrage nach einer deutschen Übersetzung eine ausgezeichnete Antwort war. Wir können nur abwarten und sehen. Vielleicht werden wir nichts mehr davon hören. Dietmar "scheiß" auf ihre Machenschaften. Mach weiter mit Deiner guten Arbeit.

 MARTIN FRANKE | Dortmund am 02.03.2011:
Da bildet sich eine Foundation und stülpt ihren unverfänglichen Mist über die jahrzehnte lang bestehende Organisation und Zusammenarbeit für die Freiheit der Kunst. Ein Aufschrei, so laut es eben geht, soll diese Dreistigkeit auf allen relevanten Homepages nach außen tragen...

NORBERT GINGTER | Issum-Sevelen am 02.03.2011:
NO!art ist nach eigener Definition die "strategische Kreuzung, auf der sich künstlerische Produktion und gesellschaftlich-kulturelle Aktion begegnen. Ihre Zielscheiben sind die scheinheilige Intelligenzia, die kapitalistische Manipulation der Kultur, die Konsumgesellschaft und andere Moloche. Das Ziel der NO!art ist der völlig unbehinderte Selbstausdruck durch die Kunst, die in ein gesellschaftliches Involvement einmünden soll." So ist es seit 1959 und so soll es bleiben ...

KOMMISSAR HJULER | Flensburg am 03.03.2011:
Im Jahre 2008 ist Boris Lurie als letzter Initiator der NO!art-Bewegung gestorben. Es entspricht nicht dem Interesse von Boris Lurie und aller Involvierten, die NO!art mit einer Handelsmarke zu belegen und somit die Freiheit der Kunstbewegung zu beschränken. Es ist armselig, dass die Foundation hier nicht einmal den Terminus in der von Boris Lurie, Sam Goodman und Stanley Fischer gewählten Form angegeben hat: NO!art.

AMIKAM GOLDMAN | Tel Aviv am 03.03.2011:
Lieber Dietmar, ich war so schockiert, als ich den Brief aus New York von Gertrude an Dich gelesen habe. Das macht mich so wütend und sauer, dass ich diese Frau in Stücke schlagen möchte . . . Wie niederträchtig und böse sie werden kann, verblüfft mich absolut. - Bitte sagen mir, was Du in dieser Angelegenheit zu tun gedenkst. - Ich werde mit Dir kämpfen! - Eine andere Geschichte: Wir sind heute mit einem wunderschönen kleinen Babymädchen aus dem Krankenhaus zurückgekommen, wir sind so glücklich!!!!!! Das ist eine große Veränderung für mich, und ich bin so begeistert. Ich werde dir bald ein Foto schicken.

AMIKAM GOLDMAN | Tel Aviv am 07.03.2011:
Gertrude Stein, SCHÄME dich. - Du hast deinen Weg mit den KUNSTEN so dreckig gemacht, wie es nur möglich ist. - Schade. Schade. Schande über DICH.

YONATAN MARON | New York am 07.03.2011:
In der Tat eine Schande. - Wir alle kannten Boris und wissen genau, wo seine Gefühle bei der Kommerzialisierung seiner Kunst und der NO!art-Bewegung seit den 40er Jahren bis zu den letzten Tagen seines Lebens waren. - Er war ein wahrer Mann. Und er lebt immer noch, da er uns allen so viel Inhalt und Ideologie gegeben hat, dass Gertrude Stein-Aktionen nur ein gemeiner reiner Zynismus im NYC-Stil sind, die Art, die Boris zum Lachen bringen würde, einen aus seinem Wodka-Karton schlucken und erklären: "Lass uns etwas chinesisches Essen essen gehen"! - Muss ich erwähnen, wie die "Stiftung" im vergangenen Jahr versucht hat, in mein persönliches Archiv von Boris' Porträts zu gelangen, die ich 2003 aufgenommen habe? Sie wollten alles, wollten aber keinen Cent dafür bezahlen. Ich bin froh, dass ich sie nicht mit etwas versorgt habe. - Lieber Dietmar, wir sind hier, um Dich und Deine NO!art-Aktivitäten zu unterstützen. - Vielleicht sollten wir mehrere Domains von NO!art haben, damit sie uns alle verklagen.

 CORNELIUS RINNE | Bielefeld am 14.03.2011:
Der Kölner Galerist Gerard Margaritis hat einen interessanten Beitrag zum Rechtsstreit in XING, in der von mir eingestellten Diskussion, gepostet. Ich schicke Euch den hier mal:

Habe mir gerade das anwaltliche Schreiben und auch die WebSite der amerikanischen Anwaltskanzlei angesehen. Das Schreiben ist aus meiner Sicht recht schwach formuliert, so ist beispielsweise nicht ausgeführt, auf welche "intellectual property rights" Bezug genommen wird. Möglicherweise soll hier die schwache Rechtsposition des angeblichen Rechteinhabers verschleiert werden. (Als Rechteinhaber würde ich meine Forderung mit dem Aktenzeichen der Markenregistrierung und der registrierenden Behörde unterstreichen - was hier gar nicht geschehen ist.)"Interessant auch die Androhung von Rechtsmitteln, ohne diese genauer zu spezifizieren. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass dem angeblichen Rechteinhaber gar keine tiefgreifenden juristischen Mitel zur Verfügung stehen. (Vielleicht hat der vorgebliche Rechteinhaber Schwierigkeiten seine vorgeblichen Rechte nachzuweisen.)

Andere, durchaus spannende Frage, vor welchem Gericht will der angebliche Rechteinhaber klagen? Vor einem deutschen Gericht? Dann müsste er erst einmal einen, an einem deutschen Gericht zugelassenen Anwalt beauftragen. Die Schriftsätze wären in deutscher Sprache zu führen, was ja durchaus nicht unerhebliche Übersetzungs- und Anwaltskosten für den Kläger mit sich bringen kann - also ein erhebliches Prozessrisiko.

Aus meiner Sicht ist dieses anwaltliche Schreiben erst einmal nur der Aufbau einer Drohkulisse. Ich würde mich davon nicht sonderlich beeindrucken lassen und mich von einem, auf Marken und Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen. Das Erstgespräch mit dem Anwalt kann auch nicht sonderlich teuer sein.
Viele Grüße, Gerard Margaritis"

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CLAYTON PATTERSON | New York am 24.03. 2011
Publiziert in: The Villager, New York, Vol 80, Nr. 43

NEIN! NEIN! NEIN! Zerstört nicht Dietmars NO!art Webseite

Re: Domain Verstoss Infringement bei <no-art.info>

Sehr geehrter Herr Kirves

Unser Unternehmen ist der Anwalt der BORIS LURIE ART FOUNDATION (die "Foundation")*. Wie Sie vielleicht wissen, ist die Boris Lurie Art Foundation eine Organisation, die kunstbezogene Dienstleistungen zur Verfügung stellt, um das Vermächtnis von Boris Lurie und der NO!ART-Bewegung zu bewahren und zu fördern. In Verbindung damit hat die Foundation seit langer Zeit bestehende Handelsmarkenrechte an der NO!ART** (der "Marke") und besitzt zahlreiche internationale und U.S. Handelsmarken-Registrierungen und Applikationen darauf. Die Marke ist für die Foundation sehr wertvoll und folglich hat sie bestimmte Richtlinien in Bezug auf jeglichen und den gesamten Gebrauch der Marke entwickelt und überwacht deren Verwendung aufmerksam.

Kürzlich wurden wir darauf aufmerksam, dass Sie - ungeachtet der bestehenden Rechte der Foundation an der Marke - den Domain-Namen <no-art.info>(der "Domainname") registrieren ließen, welcher der Marke zum Verwechseln ähnlich ist. Bitte beachten Sie, dass die Art und Weise Ihrer Registrierung und die Verwendung des Domain-Namens unserer Meinung nach vorsätzliche "böse Absicht" ("bad faith") darstellt entsprechend der ICANN Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy. Folglich wird unser Mandant ein Anrecht auf den beschleunigten Transfer der Domain-Namen-Registrierung durch das ICANN-Schiedsgerichtsverfahren haben.

Aus diesem Grund fordert unser Mandant, dass Sie sofort alles Erforderliche unternehmen, um sowohl die Registrierung des Domain-Namens als auch alle anderen Domain-Namen, die Sie registriert haben, sofern sie den Namen oder Variationen von denen unseres Mandanten enthalten, der Boris Lurie Art Foundation zu übertragen. Sollten wir bis zum 15. März 2011 keine per Express schriftliche übermittelte Einwilligungs-Bestätigung erhalten, wird unser Mandant andere Rechtsmittel einlegen.

Bitte beachten Sis, dass dieser Brief unbeschadet jeglicher anderer Rechte oder Rechtsmittel, die der Boris Lurie Art Foundation möglicherweise zur Verfügung stehen, verfaßt wurde. Nichts von seinem Inhalt (nichts Erwähntes) soll als Verzichterklärung, rechtmäßige Anerkennung oder Lizenz durch die Boris Lurie Art Foundation betrachtet werden, und die Boris Lurie Art Foundation behält sich ausdrücklich das Recht vor, jegliche anderen tatsächlichen oder rechtlichen Positionen geltend zu machen, wenn zusätzliche Fakten zutage treten oder wenn die Verhältnisse es rechtfertigen.

Hochachtungsvoll,
Anthony Williams
Cc: Gertrude Stein

Der Villager hat bisher einige Artikel über Boris Lurie und seine NO!art-Bewegung veröffentlicht.

Bis 1941 lebten Boris und seine Familie in Riga, Lettland. Boris und sein Vater überlebten vier Jahre NS-Gefängnis. Seine Mutter, eine Schwester und seine Großmutter wurden alle von den Nazis ermordet. Boris' Kunst spiegelte seine Lebenserfahrungen wider. Weil seine Arbeit zu ätzend, zu unhöflich und zu brutal ehrlich war, konnte er keine etablierte Kunstkarriere aufbauen.

In den späten 1980er Jahren bat mich Boris, Mitglied seiner NO!art-Bewegung zu werden. NO!art ist eine Form der sozialen Kunst, eine Protestkunst. Sie kämpft gegen die Kunstmarkt-Tricksereien. Es geht ihr darum, die Wahrheit in der Gesellschaft zu suchen, ihr zu folgen, und diese als Künstler an die Öffentlichkeit zu bringen.

Ich tat alles, was ich konnte, um ihn zu unterstützen. 1993 machte ich für Boris und die NO!art die erste New York City Show seit 29 Jahren. Im Laufe der Jahre habe ich ihn mit in andere Kunstausstellungen integriert, ihm eine beträchtliche Menge Presse gebracht, Artikel in Büchern veröffentlicht, an der Erstellung einer Dokumentation mitgewirkt, seine Filmografie unterstützt und schließlich geholfen, seinen Nachruf in der New York Times zu veröffentlichen. Ich habe getan, was ich konnte, aber der wahre Unterstützer, der wahre Verfechter der NO!art-Bewegung und Boris Lurie ist Dietmar Kirves. Ich hielt mit ihm die NO!westfront (Nordamerika) und Dietmar Kirves die NO!ostfront (Europa) aufrecht.

Dietmar arbeitete mehr als 30 Jahre lang mit Boris zusammen. Eines der ersten Projekte von Dietmar war die erste NO!art Anthologie, die 1988 veröffentlicht wurde bei Hundermark in Köln. Dann war er maßgeblich daran beteiligt, dass zahlreiche andere Werke veröffentlicht wurden. Dietmar war auch maßgeblich daran beteiligt, die erste große Ausstellung von NO!art in Berlin 1994 zu initiieren, gefolgt von einer Ausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald. Das letzte Lager von Boris und seinem Vater war Magdeburg, eine Aussenstelle von Buchenwald (Polte Werke).

Dietmar hat das größte Archiv der Kommunikation mit Boris sowie weiteres Material im Zusammenhang mit NO!art aufgebaut. Dietmars Arbeit ist das öffentlich zugängliches Werk zur Unterstützung der NO!art nämlich die NO!art-Website. Die Website, die 1999 auf Wunsch von Boris erstellt wurde, enthält eine Fülle von Materialien, die dazu beigetragen haben, Menschen auf der ganzen Welt über die Geschichte, die Ambitionen und die soziale Bedeutung von NO!art aufzuklären. Unter Boris' Aufsicht verwandelte Dietmar die geschriebene Seite in ein wahres virtuelles Archiv für die Bewegung.

Dietmar, inzwischen pensioniert, verbringt fast seine gesamte Zeit mit der Arbeit an der Website. Die Website verzeichnete bisher durchschnittlich mehr als 80.000 Besuche pro Monat und verfügt über mehr als 3.000 Backlinks, die mit Universitäten, Zeitungen und anderen Bewegungen verbunden sind. Als Boris noch am Leben war, gab er Dietmar ein Stipendium pro Monat, um die Website zu betreiben und ein Archiv zu erstellen. Nach seinem Tod kam keine Unterstützung mehr an, deshalb schickten meine Frau Elsa und ich etwas Geld, wann immer wir konnten. Aber es war verheerend, dass Boris' Unterstützung nicht mehr erfolgte.

Warum will jemand - insbesondere eine Kunsthändlerin aus Uptown New York City namens Gertrude Stein - Dietmars Werk zerstören, den Zugang der Öffentlichkeit zu den wertvollen Inhalten dieser Website unterbinden, und die Geschichte und öffentliche Anerkennung ausschließen, die einen Kontakt zu Dietmar Kirves und der NO!art herstellen wollen? Abgesehen von ein paar Kunstausstellungen in den 1960er Jahren tat Stein sehr wenig, um die NO!art-Bewegung oder Boris Luries Kunstkarriere zu fördern. Stein, ein zufälliger, wiederkehrender Freund von Boris, war auf mysteriöse Weise in der Lage, die Kontrolle über das Gut Boris Lurie zu übernehmen. Es stellt sich heraus, dass das Anwesen Boris Lurie einen Wert von 80 Millionen Dollar hat (ARTnews, April 2010).

Stein gründete die Boris-Lurie-Stiftung mit dem Auftrag, kunstbezogene Dienstleistungen zur Erhaltung und Förderung des Erbes von Boris Lurie und der NO!art-Bewegung zu erbringen. Das ist genau das, woran Dietmar Kirves einen Großteil seines Erwachsenenlebens gearbeitet hat - daher ist meine Schlussfolgerung, dass es bei dieser feindlichen Übernahme um den möglichen Gewinn von Geld geht. Die Stiftung besteht aus vier Partnern - einem in Liechtenstein Dr. Peter Sprenger, einem Politiker, einem in der Schweiz Dr. Geo Campanovo, einem weiteren Politiker, einem, der zwischen London und New York City hin und her pendelt Dr. Pepper, einer Anwältin, und Gertrude Stein in New York. Es gibt keine Künstler - oder jemanden, der mit der NO!art-Bewegung verbunden ist - in der Stiftung.

Es ist merkwürdig, dass die Stiftung, da sie sich der Erhaltung von NO!art verschrieben hat, nichts getan hat, um mit mir über den Teil meines Archivs in Kontakt zu treten, der umfangreiche Videos, Fotografien und andere Ephemera im Zusammenhang mit NO!art und Boris Lurie enthält. Und es scheint, dass die Stiftung kein Interesse oder Respekt für das Archiv von Dietmar hat. Ohne Erlaubnis haben sie einige Artikel geschickt von der Website entfernt und sie dann in Katalogen für zwei aktuelle Kunstausstellungen reproduziert, ohne Quellenangaben zu hinterlassen, dass die Artikel auf Dietmars Website zufinden.

Bedeutet das, dass man Pop Art oder Dada markenrechtlich schützen und dann alles, was mit diesen Kunstströmungen zu tun hat, beanspruchen kann? Dies ist eine egozentrische Haltung, die für das Erbe eines jeden verstorbenen Künstlers völlig unangebracht ist, insbesondere eines Künstlers, der Zeit seines Lebens der Rebellion gegen diese Art von Institutionen gewidmet hat und der nicht für diese Art von Ungerechtigkeit einstehen würde. Und wofür? Für 80 Millionen Dollar! Wir brauchen mehr NO!art-Bewegungen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen aufstehen und mehr und mehr werden - das war Boris' Traum.

Clayton Patterson and Boris Lurie 1998 at Buchenwald Concentration Camp Memorial
Aufnahme von Volkhard Knigge,
dem Direktor der Gedekstätte Weimar-Buchenwald.

Clayton Patterson, links, und Boris Lurie am 13. Dezember 1998 auf dem Gelände der Gedekstätte Weimar-Buchenwald, wo für Boris Lurie eine Ausstellung 1998 gezeigt wurde.

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