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DOMAIN-VERSTOSS

TITEL Original-Brief +++ Übersetzung +++ Anmerkungen zum Brief +++ Rechtsanwälte
+++ Antwort +++ NO!art Webseite +++ Protest

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ORIGINAL-BRIEF VOM RECHTSANWALTSBÜRO PIPER
zugesandt per UPS EXPRESS ENVELOPE

New York | 17. Februar 2011

Domainverstoss mit no-art.info | Rechtsanwaltbrief vom 17.02.2011

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Domainverstoss
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Nicole Becker, Mathilda Wolf und Dietmar Kirves | Hervorhebungen durch die Redaktion

DLA Piper LLP (US)
1251 Avenue of the Americas, 27th Floor
New York, New York 10020-1104
www.dlapiper.com
OUR FILE NO. 371888-000002

February 17, 2011
Via Courier and Electronic Mail

Dietmar Kirves
NO!Art
Boppstr. 9
Berlin GERMANY 10967
contact@no-art.info

Re: Domain Name Infringement at <no-art.info>

Sehr geehrter Herr Kirves

Unser Unternehmen ist der Anwalt der BORIS LURIE ART FOUNDATION (die "Foundation")[1]. Wie Sie vielleicht wissen, ist die Boris Lurie Art Foundation eine Organisation, die kunstbezogene Dienstleistungen zur Verfügung stellt, um das Vermächtnis von Boris Lurie und der NO!ART-Bewegung zu bewahren und zu fördern. In Verbindung damit hat die Foundation seit langer Zeit bestehende Handelsmarkenrechte an der NO!ART[2] (der "Marke") und besitzt zahlreiche internationale und U.S. Handelsmarken-Registrierungen und Applikationen darauf. Die Marke ist für die Foundation sehr wertvoll und folglich hat sie bestimmte Richtlinien in Bezug auf jeglichen und den gesamten Gebrauch der Marke entwickelt und überwacht deren Verwendung aufmerksam.

Kürzlich wurden wir darauf aufmerksam, dass Sie - ungeachtet der bestehenden Rechte der Foundation an der Marke - den Domain-Namen <no-art.info>[3] (der "Domainname") registrieren ließen, welcher der Marke zum Verwechseln ähnlich ist. Bitte beachten Sie, dass die Art und Weise Ihrer Registrierung und die Verwendung des Domain-Namens unserer Meinung nach vorsätzliche "böse Absicht" ("bad faith") darstellt entsprechend der ICANN Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy. Folglich wird unser Mandant ein Anrecht auf den beschleunigten Transfer der Domain-Namen-Registrierung durch das ICANN-Schiedsgerichtsverfahren haben.

Aus diesem Grund fordert unser Mandant, dass Sie sofort alles Erforderliche unternehmen, um sowohl die Registrierung des Domain-Namens als auch alle anderen Domain-Namen, die Sie registriert haben, sofern sie den Namen oder Variationen von denen unseres Mandanten enthalten, der Boris Lurie Art Foundation zu übertragen. Sollten wir bis zum 15. März 2011 keine per Express schriftliche übermittelte Einwilligungs-Bestätigung erhalten, wird unser Mandant andere Rechtsmittel einlegen.

Bitte beachten Sis, dass dieser Brief unbeschadet jeglicher anderer Rechte oder Rechtsmittel, die der Boris Lurie Art Foundation möglicherweise zur Verfügung stehen, verfaßt wurde. Nichts von seinem Inhalt (nichts Erwähntes) soll als Verzichterklärung, rechtmäßige Anerkennung oder Lizenz durch die Boris Lurie Art Foundation betrachtet werden, und die Boris Lurie Art Foundation behält sich ausdrücklich das Recht vor, jegliche anderen tatsächlichen oder rechtlichen Positionen geltend zu machen, wenn zusätzliche Fakten zutage treten oder wenn die Verhältnisse es rechtfertigen.

Hochachtungsvoll,
Anthony Williams
Catherine Warwick | Assistant to Anthony Williams
Kopie an: Gertrude Stein[4]
catherine.warwick@dlapiper.com |  www.dlapiper.com

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Anmerkungen zum Brief

[1] Die Boris Lurie Art Foundation wude gegründet 2009  Mail vom 11.08.2009

[2] Die Handelsmarke wurde von der Foundation am 11.06.2010 beantragt. Die Einspruchsfrist endet am 22.03.2011

[3] Die NO!art-Webseite besteht seit 5.11.1999, also bis jetzt zwölf Jahre und die
Zusammenarbeit mit Boris Lurie seit 1978.

[4] Gertrude Stein, die hier als Klägerin auftritt, ist eine ehemalige Freundin von Boris Lurie aus den 60er Jahren. Ihre letzte Ausstellung zur NO!art-Bewegung war die Goodman Memorial Show im Jahre 1967 in New York. Seitdem hat sie nichts mehr unternommen zur Förderung der NO!art, obwohl sie selbst eine Galerie führt und besitzt. Zeitweilig waren Boris Lurie und Gertrude Stein sogar zerstritten. 2008 änderte sie Boris' Testament im Krankenhaus zu ihren Gunsten [$80 million]. 2009 - also eineinhalb Jahre nach Boris Luries Tod - gründete sie die Boris Lurie Art Foundation, arrangierte zwei Ausstellungen in anderen Galerien nur über Boris Lurie, und startete ihre Webseite  www.borislurieart.org. Ohne zu fragen, kopierte sie zahlreiche Textbeiträge aus unserem NO!art-Archiv in ihre Webseite - sogar in originaler Form - und beschränkte die in der NO!art involvierten Künstler auf die ihr genehme  Künstlerliste.

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Rechtsanwaltbüro der Boris Lurie Art Foundation [BLAF]

DIE "FÜHRUNGSRIEGE":

Frank Burch | ABOUTLee Miller | ABOUTNigel Knowles | ABOUT
FRANK BURCH & LEE MILLER & NIGEL KNOWLES

DLA Piper wurde 2005 durch eine Fusion von beispiellosem Umfang im Rechtsbereich zu einem der größten Rechtsdienstleistern der Welt. Obwohl groß angelegt, war die Fusionsstrategie einfach - eine globale Anwaltskanzlei zu gründen, die in der Lage ist, die wichtigsten rechtlichen Bedürfnisse von Mandanten überall dort zu erfüllen, wo sie geschäftlich tätig sind. Wir wollten, dass unsere Kunden sich darauf verlassen können, den richtigen Service für ihre spezielle Angelegenheit zu erhalten, sei es durch eine nahtlose Koordination über mehrere Jurisdiktionen hinweg oder durch die Lieferung an einen einzigen Standort.

Der Aufbau starker und solider Kundenbeziehungen war und ist der Kompass für die Geschäftsstrategie und die zukünftige Entwicklung von DLA Piper. Mit Frank Burch als Chairman unseres Global Board verfügt DLA Piper heute über 3.500 Anwälte in Büros in Asien, Europa, dem Mittleren Osten und den USA. Wir vertreten mehr Mandanten in einem breiteren Spektrum von Geographien und Praxisdisziplinen als kaum eine andere Anwaltskanzlei auf der Welt. Unser Kundenengagement ist auch unsere Marke - alles was zählt, ist die Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Wenn es für sie wichtig ist, ist es für uns wichtig. DLA Piper wurde entwickelt, um Kunden überall auf der Welt zu bedienen - schnell, effizient und mit echtem Wissen über lokale und internationale Aspekte. Aber während sich die Märkte auf der ganzen Welt internationalisieren, bedeutet das nicht, dass sie gleich werden. Wir engagieren uns wie immer für die lokalen Märkte, die die Bausteine des internationalen Geschäfts sind.
mehr http://www.dlapiper.com/en/germany/aboutus/

Anthony WilliamsANTHONY WILLIAMS: Als Senior Partner in der New Yorker Unternehmens- und Wertpapiergruppe von DLA Piper arbeitet Herr Williams an kommerziellen Transaktionen, einschließlich Fusionen und Übernahmen, Private-Equity-Investitionen und Finanzierungen für amerikanische, europäische und asiatische Kunden. Er bringt umfangreiche internationale Erfahrung in den Bereichen Finanzmanagement, Investitionen, Rechnungswesen und Business Development in seine Praxis ein.
Zu den aktuellen Verwaltungsratsmandaten gehören AXA Art Insurance, Inc. und Intelligent Engineering, Ltd. (Advisory Board); Mannheim Media LLC; Plymouth Holdings Limited, eine Investmentgesellschaft der British Virgin Islands; R&W Holdings, LLC; Cooper River Partners, LLC; und Senetek PLC, in der er als Vizepräsident tätig ist.
Williams ist Mitglied in einer Reihe von bürgerlichen und gemeinnützigen Gremien, darunter als stellvertretender Vorstandsvorsitzender von HELP USA, Inc., einem Entwickler und Betreiber von Übergangs- und Niedriglohnwohnungen für Obdachlose und Arme; Vorstandsvorsitzender des Harvard/MIT Joint Ventures - Health Sciences and Technology; Direktor des Friends of the Heidelberg Center for American Studies; Robert F. Kennedy Center for Justice and Human Rights (Executive Committee); des Bermuda Institute of Ocean Sciences; der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer; und der City University of New York - Business Leadership Council.

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Antwort von Dietmar Kirves | NO!art headquarters east

NO!art versus ON!art

From: "NO!art headquarters" <contact@no-art.info>
To: "Warwick, Catherine" <Catherine.Warwick@dlapiper.com>
Copy: "Gertrude Stein" <gsteinny@aol.com>
Subject: 110225_infringement_at_no-art-info
Date: Sat, February 26, 2011 at 02:09 am

Dear Catherine Warwick,

please send me your matter in German. I'm not so perfectly
in your language, in your visions about art law, and in US rights.
I saw in the WWW that you have an office in Berlin.

Please contact me by your attorney there.

Best greetings from Berlin to you and Gertrude

Dietmar Kirves

ÜBERSETZUNG: Sehr geehrte Catherine Warwick, bitte senden Sie mir Ihre Anfrage auf Deutsch. Ich bin nicht so perfekt in Ihrer Sprache, in Ihren Visionen vom Kunstrecht und in den US-Rechten. Ich habe im WWW gesehen, dass Sie ein Büro in Berlin haben. Bitte kontaktieren Sie mich dort über Ihren Anwalt. Beste Grüße aus Berlin an Sie und Gertrude
Dietmar Kirves

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NO!art Website in Zusammenarbeit mit Boris Lurie

NO!art website site since November 5, 1999 | see registration document
Übersetzung: NO!art hat sich weit über 1964 hinaus und auch vor 1958 fortgesetzt.
Der "Stichtag" 1964, wie er von der Kunsthistorikern befürwortet wird, ist meiner
Meinung nach völlig künstlich. Solche Stichtage sind für Kunsthistoriker üblich, die
der Katalogisierung und darüber hinaus der Akkreditierung des Geldwertes im
Kunstmarkt dienen. Die "Stichtage" haben auch verheerende Auswirkungen auf die
Produktion von Künstlern, die auf diese Weise davon überzeugt sind, dass das,
was sie nach einem "Stichtag" produzieren, zweitrangig ist und nicht mehr zu den
"neuen Zeiten" gehört. Das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund und der
eigentliche Grund dafür, dass Kunsthistoriker und Kritiker auf dieser unrichtigen
Maßnahme bestehen.

Jan Herman im Arts Journal, New York am 20. Januar 2008: Für eine tieferes Verstäbndnis von Luries Werken und seiner Bedeutung müssen Sie die umfangreiche Website NO!art besuchen, die von Dietmar Kirves erstellt und gepflegt wird. Die Webseite bietet viele Informationen. Dort finden Sie ;mehr als 100 Bilder von Luries Gemälden, Assemblagen, Collagen, Multiples, Radierungen, Postern, Skulpturen und Mixed-Media-Werken, sowie detaillierte Notizen zu Biografischem, ausführliche Interviews, Filmografien, Dokumentationen über ihn sowie Kritiken, Presseberichte und Essays, die im Laufe der Jahre erschienen sind. |   mehr

NO!art INVOLVIERTE KÜNSTLER: ARMENTO +++ ARONOVICI +++ BAJ +++ BARATELLA +++ BROWN +++ BRUNET +++ BRUNO S. +++ BRUS +++ CHORBADZHIEV +++ D'ARCANGELO +++ DAYEN +++ DE RUVO +++ EHM-MARKS +++ ERRO +++ FABRICIUS +++ FISHER +++ GATEWOOD +++ GEORGES +++ GERZ +++ GILLESPIE +++ GILMAN +++ GOLDMAN +++ GOLUB +++ GOODMAN +++ HALLMANN +++ HASS +++ HJULER +++ KAPROW +++ KIRVES +++ KUSAMA +++ KUZMINSKY +++ LEBEL +++ LEVITT +++ LONG +++ LURIE +++ MAMA BAER +++ MASTRANGELO +++ MEAD +++ MESECK +++ PATTERSON +++ PICARD +++ PINCHEVSKY +++ RAMSAUER +++ RANCILLAC +++ ROUSSEL +++ SALMON +++ SCHEIBNER +++ SCHLEINSTEIN +++ STAHLBERG +++ STUART +++ TAMBELLINI +++ TOBOCMAN +++ TOCHE +++ TSUCHIYA +++ VOSTELL +++ WALL +++ WOLF +++ WOOD +++ WOYTASIK +++ ZOWNIR

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Protest | Übersetzungen

NO! NO! NO! Don’t destroy Dietmar’s NO!art Web site

Publiziert in: The Villager, New York, Volume 80, Number 43 | March 24 - 30, 2011
West and East Village, Chelsea, Soho, Noho, Little Italy, Chinatown and Lower East Side, Since 1933

A. WILLIAMS: Domain-Verstoß bei <no-art.info> | New York | 24.02.2011

Sehr geehrter Herr Kirves

Unser Unternehmen ist der Anwalt der BORIS LURIE ART FOUNDATION (die "Foundation"). Wie Sie vielleicht wissen, ist die Boris Lurie Art Foundation eine Organisation, die kunstbezogene Dienstleistungen zur Verfügung stellt, um das Vermächtnis von Boris Lurie und der NO!ART-Bewegung zu bewahren und zu fördern. In Verbindung damit hat die Foundation seit langer Zeit bestehende Handelsmarkenrechte an der NO!ART (der "Marke") und besitzt zahlreiche internationale und U.S. Handelsmarken-Registrierungen und Applikationen darauf. Die Marke ist für die Foundation sehr wertvoll und folglich hat sie bestimmte Richtlinien in Bezug auf jeglichen und den gesamten Gebrauch der Marke entwickelt und überwacht deren Verwendung aufmerksam.

Kürzlich wurden wir darauf aufmerksam, dass Sie - ungeachtet der bestehenden Rechte der Foundation an der Marke - den Domain-Namen <no-art.info> (der "Domainname") registrieren ließen, welcher der Marke zum Verwechseln ähnlich ist. Bitte beachten Sie, dass die Art und Weise Ihrer Registrierung und die Verwendung des Domain-Namens unserer Meinung nach vorsätzliche "böse Absicht" ("bad faith") darstellt entsprechend der ICANN Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy. Folglich wird unser Mandant ein Anrecht auf den beschleunigten Transfer der Domain-Namen-Registrierung durch das ICANN-Schiedsgerichtsverfahren haben.

Aus diesem Grund fordert unser Mandant, dass Sie sofort alles Erforderliche unternehmen, um sowohl die Registrierung des Domain-Namens als auch alle anderen Domain-Namen, die Sie registriert haben, sofern sie den Namen oder Variationen von denen unseres Mandanten enthalten, der Boris Lurie Art Foundation zu übertragen. Sollten wir bis zum 15. März 2011 keine per Express schriftliche übermittelte Einwilligungs-Bestätigung erhalten, wird unser Mandant andere Rechtsmittel einlegen.

Bitte beachten Sis, dass dieser Brief unbeschadet jeglicher anderer Rechte oder Rechtsmittel, die der Boris Lurie Art Foundation möglicherweise zur Verfügung stehen, verfaßt wurde. Nichts von seinem Inhalt (nichts Erwähntes) soll als Verzichterklärung, rechtmäßige Anerkennung oder Lizenz durch die Boris Lurie Art Foundation betrachtet werden, und die Boris Lurie Art Foundation behält sich ausdrücklich das Recht vor, jegliche anderen tatsächlichen oder rechtlichen Positionen geltend zu machen, wenn zusätzliche Fakten zutage treten oder wenn die Verhältnisse es rechtfertigen.

Hochachtungsvoll,
Anthony Williams
Catherine Warwick | Assistant to Anthony Williams
Kopie an: Gertrude Stein
catherine.warwick@dlapiper.com | ww.dlapiper.com

Der VILLAGER hat bisher einige Artikel über Boris Lurie und seine NO!art-Bewegung veröffentlicht. [Über Boris hierzu mehr:] Bis 1941 lebten Boris und seine Familie in Riga, Lettland. Boris und sein Vater überlebten vier Jahre NS-Gefängnis. Seine Mutter, eine Schwester und seine Großmutter wurden alle von den Nazis ermordet. Boris' Kunst spiegelte seine Lebenserfahrungen wider. Weil seine Arbeit zu ätzend, zu unhöflich, zu brutal ehrlich und in Ihrem Art war, konnte er keine traditionelle Kunstkarriere aufbauen.

In den späten 1980er Jahren bat mich Boris, Mitglied seiner NO!art-Bewegung zu sein. NO!art ist eine Form der sozialen Kunst, eine Protestkunst. Sie ist kämpft gegen die Kunstmarkt-Tricksereien - denn es ihr geht darum, die Wahrheit in der Gesellschaft zu suchen und die Folgen, die das Erzählen der Wahrheit als Künstler mit sich bringt.

Ich tat alles, was ich konnte, um Boris zu unterstützen. 1993 machte ich für ihn und die NO!art die ihre erste Ausstellung seit 29 Jahren in New York. Im Laufe der Jahre habe ich ihn mit in andere Kunstausstellungen aufgenommen, ihm eine beträchtliche Menge an Rezensionen in der Presse besorgt, Artikel für ihn in Büchern veröffentlicht, an der Erstellung einer Dokumentation über ihn mitgewirkt, seine Aufnahme in andere Filmreportagen unterstützt und schließlich geholfen, seinen Nachruf in der New York Times zu veröffentlichen. Ich habe getan, was ich konnte, aber der wahre Unterstützer, der wahre Verfechter der NO!art-Bewegung und von Boris Lurie, ist Dietmar Kirves. Ich führte das NO!art-Headquarter-West (Nordamerika) und Dietmar Kirves das NO!art-Headquarter-Ost (Europa).

Dietmar arbeitete mehr als 30 Jahre lang mit Boris zusammen. Eines der ersten Projekte von Dietmar war die erste NO!art Anthologie, die 1988 veröffentlicht wurde (bei Hundertmark, Köln, Deutschland). Dann war er maßgeblich daran beteiligt, dass zahlreiche andere Werke von Boris veröffentlicht wurden. Dietmar war auch maßgeblich daran beteiligt, die erste große Ausstellung von NO!art in Berlin in Gang initiieren, gefolgt von einer Ausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald. (Das letzte Lager von Boris und seinem Vater war Magdeburg, ein Satellit von Buchenwald).

Dietmar hat das größte Archiv der Kommunikation mit Boris sowie weiteres Material im Zusammenhang mit NO!art aufgebaut. Doch Dietmars wichtigstes, öffentlich zugängliches Werk zur Unterstützung der NO!art ist die NO!art-Website. Die Website, die 1999 auf Wunsch von Boris erstellt wurde, zeigt eine Fülle von Materialien, die dazu beigetragen haben, Menschen auf der ganzen Welt über die Geschichte, die Ambitionen und die soziale Bedeutung von NO!art aufzuklären. Unter Boris' Aufsicht verwandelte Dietmar die geschriebene Seite in ein wahres virtuelles Archiv für die Bewegung.

Dietmar verbringt fast seine gesamte Zeit mit der Arbeit an der Website. Die Website hat durchschnittlich mehr als 80.000 Besuche pro Monat und verfügt über mehr als 3.000 Backlinks, die mit Universitäten, Zeitungen und anderen Bewegungen verbunden sind. Als Boris noch am Leben war, gab er Dietmar ein Stipendium pro Monat, um die Website zu betreiben und ein Archiv zu erstellen. Nach Boris' Tod, als die Unterstüzuung aufhörte, schickten meine Frau Elsa und ich etwas Geld, wann immer wir konnten. Aber es war verheerend, dass diese kleine Unterstützung nicht mehr weiter erfolgte.

Warum will jemand - insbesondere eine Kunsthändlerin in New Yorks Uptown namens Gertrude Stein - Dietmars Werk zerstören, den Zugang der Öffentlichkeit zu den wertvollen Inhalten dieser Website unterbinden, die Geschichte und öffentliche Anerkennung ausschließen und eine Verbindung zu Dietmar Kirves und NO!art unterbinden? Abgesehen von ein paar Kunstausstellungen in den 1960er Jahren tat Stein sehr wenig, um die NO!art-Bewegung oder Boris Luries Kunstwerke zu fördern. Stein, eine "zufällige" Freundin von Boris, war auf mysteriöse Weise in der Lage, die Kontrolle über den Geldbesitz von Boris Lurie zu erhalten. Es stellte sich heraus, dass Boris Luries Besitz einen Wert von 80 Millionen Dollar hatte (ARTnews, April 2010).

Stein gründete die Boris-Lurie-Stiftung mit dem Auftrag, kunstbezogene Dienstleistungen zur Erhaltung und Förderung des Erbes von Boris Lurie und der NO!art-Bewegung zu erbringen. Das ist genau das, woran Dietmar Kirves einen Großteil seines Erwachsenenlebens gearbeitet hat - daher ist meine Schlussfolgerung, dass es bei dieser feindlichen Übernahme um den möglichen Gewinn von Geld geht. Die Stiftung besteht aus vier Partnern - einem in Liechtenstein Dr. Peter Sprenger, einem Politiker, einem in der Schweiz Dr. Geo Campanovo, einem weiteren Politiker, einem, der zwischen London und New York City hin und her springt Dr. Pepper, einer Anwältin, und Gertrude Stein in New York. Es gibt keine Künstler - oder jemanden, der mit der NO!art-Bewegung verbunden ist - in der Stiftung.

Es ist schon merkwürdig, dass die Stiftung, da sie sich der Erhaltung der NO!art verschrieben hat, nichts getan hat, um mit mir über den Teil meines Archivs in Kontakt zu treten, der umfangreiche Videos, Fotografien und andere Ephemera im Zusammenhang mit NO!art und Boris Lurie enthält. Und es scheint auch, dass die Stiftung kein Interesse vor oder Respekt für das Archiv von Dietmar hat. Ohne Erlaubnis hat die Stiftung einige Artikel kopiert von der NO!art-Website und sie dann in Katalogen für aktuelle Kunstausstellungen verwendet, ohne die Quelle zu erwähnen, nämlich dass die Artikel sich auf Dietmars Website befinden.

Bedeutet das, dass ich Pop Art oder Dada markenrechtlich schützen und dann alles, was mit diesen Kunstströmungen zu tun hat, beanspruchen kann? Dies ist eine egozentrische Haltung, die für das Erbe eines jeden verstorbenen Künstlers völlig unangebracht ist, insbesondere eines Künstlers, der sein Leben der Rebellion gegen diese Art von Institutionen gewidmet hat und der nicht für diese Art von Ungerechtigkeit einstehen würde. Und wofür? Für 80 Millionen Dollar! Wir brauchen mehr NO!art-Bewegungen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen aufstehen und die Bewegung fortgesetzt wird. Das war Boris' Traum.

Clayton Patterson and Boris Lurie 1998 at Buchenwald Concentration Camp Memorial
Photo von Volkhard Knigge,
Direktor der Gedenkstätte Weimar/Buchenwald

Das Foto entstand am 13. Dezember 1998 auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, wo über und mit Boris Lurie 1998 eine Kunstausstellung gezeigt wurde. Die Ausstellung beinhaltete auch eine Videodokumentation von Clayton Patterson über Boris Lurie.

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Protest-Kommentare

 NO!art HEADQUARTERS | 26.02.2011 | Dietmar Kirves arbeitete mit Boris Lurie mehr als 30 Jahre zusammen - genau seit 1978 -, um die NO!art voran zu bringen und um weitere Künstler in der NO!art zu involvieren unter dem Slogan "NO!art ist der strategische Punkt, auf dem sich künstlerische Produktion und soziokulturelle Aktion treffen." Siehe auch die Statements von Boris Lurie  https://no-art.info/_statements/de.html

Eines der ersten Ergebnisse war die NO!art-Anthologie als Buch - erschienen 1988 nach 10jähriger Zusammenarbeit -, sowie verschiedene andere Bücher, Kataloge, Ausstellungen und Filme, was auch auf der NO!art-Webseite dokumentiert ist. Das war und ist eine sehr harte Arbeit, und Leute, die das wissen, erkennen das an, was Dietmar Kirves für die Förderung der NO!art getan hat. Ohne seine Arbeit seit den siebziger Jahren hätte niemand Kenntniss von der NO!art auf der Welt nehmen können. Seine NO!art-Webseite hat zur Zeit mehr als hunderttausend Besucher pro Monat und mehr als zweitausend Backlinks von Universitäten, Zeitungen, Bewegungen, und anderen.

Dietmar Kirves besitzt und bearbeitet das grösste Archiv zur NO!art-Bewegung. Zu Boris Luries Lebenzeiten arbeitete er ständig mit ihm zusammen. Boris Lurie besuchte ihn auch in Berlin. Zeitweise ging Dietmar Kirves nach New York, um ihm dort bei der Archivarbeit zu helfen und Ausstellungen vorzubereiten, insbesonders die grosse Ausstellung "NO!art and the Aesthetics of Doom" in Evanston/Chicago und in Iowa City (2001).

Jedoch alles wurde schlechter für Dietmar Kirves, als Boris sehr krank wurde und 2008 starb. Seitdem bekam er keine finanzielle Unterstützung mehr für seine Arbeit. Jedoch konnte er nicht aufhören, seine Arbeit fortzusetzen, weil er als Künstler vollkommen in der NO!art involviert ist. Die NO!art ist Teil seines Lebenswerkes. Vielleicht weiss die Boris Lurie Art Foundation (BLAF) das. Allerdings fing die BLAF an, ihn auszunutzen, indem sie Artikel aus seiner Webseite ungefragt kopierte, ohne eine Mitteilung zu machen bzw. um Erlaubnis zu fragen.

Die NO!art ist keine Handelsgesellschaft und vertritt kein Geschäft. Die NO!art ist eine Kunstbewegung. Boris Lurie war einer der letzten Initiatoren der NO!art-Bewegung und es war und ist nicht sein Interesse und das Interesse der anderen beteiligten Künstler, die NO!art gesetzlich schützen zu lassen und damit die Freiheit der Kunst zu beschränken. Pop-Art, DADA, Fluxus, Land-Art, Concept-Art sind auch nicht durch Handelsmarken reglementiert worden.

Es scheint, dass Gertrude Stein, die Inhaberin der BLAF, mehr Geld für ihre Rechtsanwälte ausgeben will, als die NO!art-Bewegung zu fördern.

Das NO!art-Headquarter empfindet es als eine Frechheit und Unverschämtheit, Dietmar Kirves noch im Juli 2010 nach New York eingeladen zu haben, ohne ihm dort die Strategien der Boris Lurie Art Foundation mitzuteilen, obwohl die Trademark schon im Juni beantragt wurde.

Dennoch: Die NO!art geht voran, was auch immer weiter geschieht.

NO!art ist keine Handelsmarke und lässt sich auch nicht von Millionären manipulieren.

 MARTIN FRANKE | 02.03.2011 | Da bildet sich eine Foundation und stülpt ihren unverfänglichen Mist über die jahrzehnte lang bestehende Organisation und Zusammenarbeit für die Freiheit der Kunst. Ein Aufschrei, so laut es eben geht, soll diese Dreistigkeit auf allen relevanten Homepages nach außen tragen...

 NORBERT GINGTER | 02.03.2011 | NO!art ist nach eigener Definition die "strategische Kreuzung, auf der sich künstlerische Produktion und gesellschaftlich-kulturelle Aktion begegnen. Ihre Zielscheiben sind die scheinheilige Intelligenzia, die kapitalistische Manipulation der Kultur, die Konsumgesellschaft und andere Moloche. Das Ziel der NO!art ist der völlig unbehinderte Selbstausdruck durch die Kunst, die in ein gesellschaftliches Involvement einmünden soll." So ist es seit 1959 und so soll es bleiben ...

 KOMMISSAR HJULER | 03.03.2011 | Im Jahre 2008 ist Boris Lurie als letzter Initiator der NO!art-Bewegung gestorben. Es entspricht nicht dem Interesse von Boris Lurie und aller Involvierten, die NO!art mit einer Handelsmarke zu belegen und somit die Freiheit der Kunstbewegung zu beschränken. Es ist armselig, dass die Foundation hier nicht einmal den Terminus in der von Boris Lurie, Sam Goodman und Stanley Fischer gewählten Form angegeben hat: NO!art. ...

 CORNELIUS RINNE | 14.03.2011 | Der Kölner Galerist Gerard Margaritis hat einen interessanten Beitrag zum Rechtsstreit in XING, in der von mir eingestellten Diskussion, gepostet. Ich schicke Euch den hier mal:

Habe mir gerade das anwaltliche Schreiben und auch die WebSite der amerikanischen Anwaltskanzlei angesehen. Das Schreiben ist aus meiner Sicht recht schwach formuliert, so ist beispielsweise nicht ausgeführt, auf welche "intellectual property rights" Bezug genommen wird. Möglicherweise soll hier die schwache Rechtsposition des angeblichen Rechteinhabers verschleiert werden. (Als Rechteinhaber würde ich meine Forderung mit dem Aktenzeichen der Markenregistrierung und der registrierenden Behörde unterstreichen - was hier gar nicht geschehen ist.)"Interessant auch die Androhung von Rechtsmitteln, ohne diese genauer zu spezifizieren. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass dem angeblichen Rechteinhaber gar keine tiefgreifenden juristischen Mitel zur Verfügung stehen. (Vielleicht hat der vorgebliche Rechteinhaber Schwierigkeiten seine vorgeblichen Rechte nachzuweisen.)

Andere, durchaus spannende Frage, vor welchem Gericht will der angebliche Rechteinhaber klagen? Vor einem deutschen Gericht? Dann müsste er erst einmal einen, an einem deutschen Gericht zugelassenen Anwalt beauftragen. Die Schriftsätze wären in deutscher Sprache zu führen, was ja durchaus nicht unerhebliche Übersetzungs- und Anwaltskosten für den Kläger mit sich bringen kann - also ein erhebliches Prozessrisiko.

Aus meiner Sicht ist dieses anwaltliche Schreiben erst einmal nur der Aufbau einer Drohkulisse. Ich würde mich davon nicht sonderlich beeindrucken lassen und mich von einem, auf Marken und Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen. Das Erstgespräch mit dem Anwalt kann auch nicht sonderlich teuer sein.
Viele Grüße, Gerard Margaritis"

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